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Beinwell

Mission: Wachsen!

Der Beinwell (Symphytum officinale) gehört zur Familie der Raublattgewächse. Diese fallen durch ihre behaarten, kratzigen Blätter auf. Verwandt mit ihm sind viele große und vitale Pflanzen wie Natternkopf, Borretsch, Ochsenzunge und Steinsame. Es gibt auch kleinere Vertreter wie Lungenkraut, Vergissmeinnicht und den Feldsalat.

Uns beschäftigt hier der Beinwell, ein äußerst vitaler Vertreter der Familie; bekannt ist er auch als Pflanzenstärkungsmittel unter seinem englischen Namen Comfrey.

Als Arzneipflanze hat der Beinwell einen besonderen Bezug zum Knochensystem. Man hört es schon am Namen. Die griechischen Ärzte der Antike nannten ihn Symphyton, d. h. „ich wachse zusammen“. Weitere, heute noch gebräuchliche Namen sind „Consolida“, was auch bedeutet: „ich füge zusammen“. Die deutschen Namen „Beinwell“ und „Wallwurz“ beziehen sich auf das altdeutsche Verb „wallen“, das „zusammenwachsen“ bedeutet.

Der umfangreiche Wirkstoffkomplex des Beinwells besteht aus Allantoin, einer hormonartigen Substanz, die Zellbildung und Wundheilung anregt, dazu Schleim- und Gerbstoffen, Flavonoiden, Harzen und Kieselsäure. Beinwell wird traditionell zur Wundheilung, bei Hautverletzungen und bei Knochenbrüchen eingesetzt.

Beinwell wächst bevorzugt in stickstoffreichen, feuchten und sumpfigen Gebieten, man findet ihn an Gräben und Wegrändern. Der Beinwell hat eine dunkelbraune bis schwarze Wurzelrinde, innen ist der Wurzelstock hellgelb bis weiß. Der verästelte Stängel kann zwischen 50 und 100 cm hoch werden. Von Mai bis August erscheinen die rot-violetten, manchmal auch creme-weißen Blüten, die gerne von Bienen und Hummeln aufgesucht werden.

Beinwell ist ein potentes Pflanzenstärkungsmittel; er zeigt seine enorme Kraft in üppigem Blattwachstum. Nach einem Rückschnitt treibt die Pflanze wieder kräftig aus, bis zu vier Blatternten im Jahr sind möglich.

Die geflügelten Blattstiele begleiten als Blattansatz den Stängel, sie verleihen dem Beinwell eine besondere Statik und ermöglichen in den von ihm bevorzugten halbschattigen Standorten hohe Photosynthese-Aktivitäten.

Die gleiche Kraft und Dynamik, wie sie in den Blättern steckt, haben auch die Wurzeln. Unter günstigen Bodenverhältnissen können Beinwellwurzeln bis 1,80 m tief in die Erde reichen. In den Pflanzengesellschaften der feuchten Säume und Gräben sind die verrottenden Beinwellblätter für die benachbarten Pflanzen mit weniger tiefreichenden Wurzeln eine wichtige Nährstoffquelle.

Die Stärke des Beinwells liegt in der optimalen Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen Licht, Luft, Feuchtigkeit, und dazu hat er die besondere Fähigkeit, die im Boden vorhandenen Mineralstoffe und Spurenelemente aus dem Boden aktiv herauszulösen und aufzunehmen, vor allem Stickstoff, Phosphor, Kalium und zahlreiche Spurenelemente.

Gegen saugende Insekten und Spinnmilben wehrt sich der Beinwell durch seine raue, kieselsäurereiche Behaarung und die Einlagerung von Silizium in die Zellwände. Das hilft auch gegen angreifende Pilze, die in den feuchten Lebensräumen des Beinwells ideale Lebensbedingungen vorfinden.

Beinwell-Extrakt ist deshalb in etlichen Hortulust-Produkten enthalten, denn die Stärkung der Zellwände ist eine wichtige universelle Abwehrmaßnahme von Pflanzen. So werden die Abwehrkräfte des Beinwells zur Stärkung und zum Schutz von Rosen (in Hortulust Rosen Vitalkraft), Stauden (in Hortulust Staudenpracht), anderen Zierpflanzen (z. B. in Hortulust Mobile Gärten) und Gemüsen (in Hortulust Tomatenrot) genutzt.

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