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Acker-Schachtelhalm

Aufrechter Lichtfänger - ein Erfolgsmodell

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), auch Zinnkraut genannt, gehört mit zu den ältesten Pflanzen der Erdgeschichte. Schachtelhalme stammen aus dem Karbon, dem Erdzeitalter vor etwa 350 Millionen Jahren, in dem die Steinkohle entstand. Wie die Farne und Bärlappgewächse gehören sie nicht zu den Blütenpflanzen, sie vermehren sich also nicht durch Samen, sondern durch Sporen.

Der Ackerschachtelhalm wächst auf Wiesen, Feldern und Gärten. Dort, wo er sich selbst angesiedelt hat, widersteht er jedem Versuch der Ausrottung.

Den Namen Zinnkraut erhielt der Ackerschachtelhalm wegen seiner früheren Verwendung als Putzmittel für Zinn, Kupfer und Messing, man polierte damit auch feine Holzmöbel und Musikinstrumente. Dazu war er wegen seines hohen Anteils an Kieselsäure geeignet.

Der Name Ackerschachtelhalm beschreibt einerseits den Standort, also fruchtbare lehmige Böden, und er bezieht sich auf die ineinander geschachtelte, halmartige Struktur der Pflanze. Der Standortbezug grenzt auch die verwandten aber z.T. giftigen Arten ab, den Sumpf-, Teich-, Winter und Riesenschachtelhalm.

Ackerschachtelhalm enthält in erster Linie Kieselsäure und Kalium. Kieselsäure festigt das Gewebe und regt den Stoffwechsel an, das enthaltene Kalium erhöht die Harnausscheidung. Ackerschachtelhalm wird zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß eingesetzt.

Als Pflanzenstärkungsmittel ist uns der hohe Gehalt organisch eingelagerter Kieselsäure besonders wichtig. Der siliziumreiche Schachtelhalm hilft Pflanzen stabiles Festigungsgewebe auszubilden, Blatt-und Stängeloberflächen unserer Nutzpflanzen werden damit gestärkt und das Eindringen von Pilzhyphen in das Pflanzengewebe verhindert. Daher ist Schachtelhalm-Extrakt in allen Hortulust-UrFerment-Konzentraten enthalten.

Wäre die Kieselsäure ausschließlich in die Zellen eingelagert, so wäre Schachtelhalm nicht das hochfeine Putz- und Schmirgelpapier aus der Natur. Der Schachtelhalm ist mit feinen Siliziumkristallen überzogen. Sie sorgen bei der Pflanze, die in Stängel und Blatt auf das allernötigste reduziert ist, für eine optimale Lichtausbeute und für den Lichttransfer ins Zellinnere; das gerade dann, wenn sie beschattet unter Kulturen wie Mais und anderen Feldfrüchten wächst.

Die griechische Mythologie erzählt die Geschichte von Prometheus in verschiedenen Varianten. Der Menschenfreund brachte das Feuer auf die Erde, mit dem die menschliche Zivilisation ihren Anfang nahm. Prometheus soll das Feuer mit einem Riesenschachtelhalm an Helios Sonnenwagen entzündet haben. Er tat dies heimlich, denn Zeus wollte das Feuer den Menschen vorenthalten.

Siliziumkristalle mit ihrer klaren Kristallstruktur sind als Halbleiter heute für unsere Informations- und Datentechnik unverzichtbar. Der Schachtelhalm hat Silizium zur Lichtübertragung in die Pflanzenzelle schon vor 350 Millionen Jahren genutzt. In der Jungsteinzeit, vor ca. 10.000 Jahren wurden Feuersteinwaffen und -Werkzeuge aus SiO2 mit großer Präzision und Schärfe hergestellt.

Die zweite Pflanze die mit Prometheus und dem Feuerraub in Verbindung gebracht wird, ist der Fenchel, der mit seinen sonnigen Doldenstrahlen und dem großen hohlen Stängel ebenfalls einen starken kosmischen Bezug zur Sonne und den ableitenden Bezug zur Erde hat. Aber der Fenchel hat hier sein eigenes Kapitel.

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